Fragen & Antworten rund um die Tierphysiotherapie
Allgemein
Die Anzahl der Behandlungen hängt immer von der individuellen Situation des Tieres ab. Manche Beschwerden benötigen nur wenige Termine, andere Erkrankungen eine längerfristige Unterstützung. Nach der Erstbehandlung kann meist besser eingeschätzt werden, welcher Umfang sinnvoll ist. Ziel ist immer eine möglichst individuelle und angepasste Therapie. Dabei steht das Wohlbefinden des Tieres im Mittelpunkt.


Die Behandlung erfolgt möglichst schonend und individuell angepasst. Wichtig ist, dass sich das Tier während der Therapie sicher und wohl fühlt. Manche Bereiche können aufgrund bestehender Beschwerden empfindlich sein, dennoch wird stets ruhig und angepasst gearbeitet. Viele Tiere entspannen sich während der Behandlung zunehmend. Zwang oder Überforderung spielen dabei keine Rolle.

Nach einer Operation – warum Physiotherapie so wichtig ist
Nach einer Operation beginnt für viele Tiere die wichtigste Phase: die Rehabilitation.
Oft wird unterschätzt, wie entscheidend diese Zeit für die vollständige Genesung ist. Ohne gezielte Unterstützung kann es zu Fehlbelastungen, Muskelabbau oder Bewegungseinschränkungen kommen.
Die Physiotherapie hilft dabei, den Heilungsprozess aktiv zu unterstützen. Durch kontrollierte Bewegung, gezielten Muskelaufbau und individuelle Übungen wird der Körper Schritt für Schritt wieder gestärkt.
Dabei wird immer auf den aktuellen Zustand des Tieres geachtet – nichts wird überfordert.
Ziel ist es, dass das Tier wieder sicher, schmerzfrei und möglichst vollständig in seinen Alltag zurückkehren kann.

Das Tier sollte möglichst entspannt und nicht gestresst sein. Ein kurzer Spaziergang vor der Behandlung kann bei Hunden sinnvoll sein. Wichtig ist vor allem eine ruhige Atmosphäre ohne Zeitdruck. Das Tier darf sich während der Behandlung frei an die Situation gewöhnen. Gerade bei sensiblen oder ängstlichen Tieren ist Geduld besonders wichtig.

Ja – auch junge Tiere können physiotherapeutisch unterstützt werden. Beispielsweise nach Verletzungen, Operationen oder bei Auffälligkeiten im Bewegungsablauf kann eine Behandlung sinnvoll sein. Ziel ist es, den Körper frühzeitig zu unterstützen und Fehlbelastungen zu vermeiden. Die Therapie wird dabei immer an Alter und Entwicklungsstand angepasst.

Übergewicht ist eines der häufigsten Gesundheitsprobleme bei Hunden und Katzen. Erste Anzeichen können eine verminderte Ausdauer, schnelleres Hecheln, Schwierigkeiten beim Aufstehen oder eine geringere Bewegungsfreude sein. Langfristig belastet jedes zusätzliche Kilogramm Gelenke, Muskeln, Herz und Kreislauf und kann Erkrankungen wie Arthrose deutlich begünstigen. Durch eine frühzeitige Gewichtsreduktion, angepasste Bewegung und gegebenenfalls physiotherapeutische Unterstützung können Folgeerkrankungen reduziert und die Lebensqualität des Tieres nachhaltig verbessert werden.
Zu lange Krallen können die natürliche Stellung der Pfoten und Zehen verändern und dadurch zu Fehlbelastungen im gesamten Bewegungsapparat führen. Wird dieser Zustand über längere Zeit nicht korrigiert, können Gelenke dauerhaft belastet werden und unter anderem Arthrosen der Zehengelenke entstehen. Zudem besteht die Gefahr, dass Krallen einwachsen oder abbrechen, was für das Tier schmerzhaft sein kann. Eine regelmäßige Krallenkontrolle trägt daher wesentlich zur Gesunderhaltung von Pfoten und Gelenken bei.

Hund

Orthopädische Erkrankungen gehören zu den häufigsten Gesundheitsproblemen beim Hund. Dazu zählen unter anderem Arthrose, Hüftgelenksdysplasie (HD), Ellenbogendysplasie (ED), Patellaluxationen sowie Erkrankungen der Wirbelsäule. Auch Verletzungen von Bändern, Sehnen oder Knochen können langfristige Auswirkungen auf den Bewegungsapparat haben. Die Ursachen reichen von genetischen Veranlagungen über Wachstumsstörungen bis hin zu altersbedingten Veränderungen oder Unfällen.

Auch junge Hunde können bereits von orthopädischen Erkrankungen betroffen sein. Zu den häufigsten Problemen zählen Hüftgelenksdysplasie (HD), Ellenbogendysplasie (ED), Patellaluxationen sowie Wachstumsstörungen. Erste Anzeichen können Lahmheiten, ein verändertes Gangbild oder Schwierigkeiten beim Aufstehen und Spielen sein. Durch eine frühzeitige Erkennung und gezielte Unterstützung, beispielsweise durch Physiotherapie, können Fehlbelastungen reduziert und die gesunde Entwicklung des Bewegungsapparates gefördert werden.
Arthrose ist eine der häufigsten Erkrankungen bei Hunden – besonders im Alter. Viele Hundehalter bemerken zunächst nur kleine Veränderungen: Der Hund steht langsamer auf, bewegt sich weniger oder wirkt steifer als früher.
Arthrose bedeutet, dass sich die Gelenke verändern und Bewegungen zunehmend schmerzhaft werden können. Genau hier kann die Physiotherapie eine wichtige Rolle spielen.
Durch gezielte Behandlungen lassen sich Schmerzen lindern und die Beweglichkeit verbessern. Sanfte Mobilisationen, Muskelaufbau und individuell angepasste Übungen helfen dabei, das betroffene Gelenk zu entlasten und die Lebensqualität des Hundes zu steigern.
Ziel ist es, dem Hund wieder mehr Freude an Bewegung zu ermöglichen – Schritt für Schritt und individuell abgestimmt.

Die Hüftgelenksdysplasie (HD) ist eine Fehlentwicklung des Hüftgelenks, die nicht nur große, sondern zunehmend auch kleinere Hunderassen betreffen kann. Durch die veränderte Gelenkstellung entstehen häufig Schmerzen, Bewegungseinschränkungen und langfristig Arthrose. Betroffene Hunde zeigen oft Schwierigkeiten beim Aufstehen, Springen oder eine verminderte Bewegungsfreude. Eine frühzeitige Diagnose und gezielte physiotherapeutische Unterstützung können helfen, Beschwerden zu reduzieren und die Gelenkfunktion bestmöglich zu erhalten.


Die Ellenbogendysplasie (ED) ist eine Entwicklungsstörung des Ellenbogengelenks und zählt zu den häufigsten orthopädischen Erkrankungen bei Hunden. Betroffene Tiere zeigen häufig Lahmheiten der Vordergliedmaßen, insbesondere nach Belastung oder Ruhephasen. Durch die Fehlentwicklung entstehen Schmerzen und langfristig können arthrotische Veränderungen im Gelenk auftreten. Eine frühzeitige Diagnose sowie gezielte Maßnahmen wie Physiotherapie können dazu beitragen, die Gelenkfunktion zu unterstützen und Beschwerden zu reduzieren.
Ein Bandscheibenvorfall ist für viele Hunde mit Schmerzen und Bewegungseinschränkungen verbunden. Je nach Schweregrad kann er das gesamte Bewegungsverhalten stark beeinflussen.
Nach der tierärztlichen Versorgung spielt die Physiotherapie eine entscheidende Rolle. Ziel ist es, die Muskulatur zu stärken, die Beweglichkeit zu fördern und den Heilungsprozess zu unterstützen.
Die Therapie wird individuell angepasst und orientiert sich immer am aktuellen Zustand des Hundes. Schritt für Schritt wird die Belastung gesteigert – ohne den Körper zu überfordern.
So kann langfristig wieder mehr Stabilität und Lebensqualität erreicht werden.

Katze
Katzen können von verschiedenen orthopädischen Erkrankungen betroffen sein. Zu den häufigsten zählen Arthrose, Hüftgelenksdysplasie, Patellaluxationen sowie Verletzungen und Fehlstellungen von Gelenken und Knochen. Auch Erkrankungen der Wirbelsäule oder Folgen von Unfällen können den Bewegungsapparat dauerhaft beeinträchtigen. Einige dieser Veränderungen entwickeln sich schleichend, andere treten infolge von Wachstum, Veranlagung oder traumatischen Ereignissen auf.

Katzen zeigen Schmerzen oft sehr unauffällig. Häufige Anzeichen sind weniger Springen, Rückzug, verändertes Verhalten oder Unsicherheiten in der Bewegung. Manche Katzen schlafen mehr oder wirken plötzlich weniger aktiv als sonst. Da Katzen Beschwerden oft lange verstecken, bleiben Probleme häufig zunächst unbemerkt. Kleine Veränderungen im Alltag sollten daher ernst genommen werden.

Katzen sind von Natur aus darauf ausgelegt, Schwäche möglichst nicht zu zeigen. Deshalb wirken sie oft lange unauffällig, obwohl bereits Beschwerden bestehen. Viele Veränderungen zeigen sich nur sehr subtil im Verhalten oder in der Bewegung. Umso wichtiger ist es, kleine Auffälligkeiten ernst zu nehmen. Frühes Erkennen kann helfen, Beschwerden rechtzeitig zu behandeln.
